Der EM-Torschützenkönig Ondrej Zdrahala. - Foto: Sascha Klahn

03.01.2019 · Slider, Home, Nationalteams · Von: BP

Im Wechselbad der Gefühle - der nächste deutsche Gegner Tschechien

Jetzt geht’s los! Sechs Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel gegen Korea in Berlin trifft die deutsche Mannschaft im ersten Länderspiel des Jahres am Freitag (4. Januar 16.15 Uhr, live in der ARD, Tickets auf www.dhb.de/tickets) in der TUI-Arena in Hannover auf Tschechien. Die Mannschaft des Trainerduos Daniel Kubes/Jan Filip ist bei der WM 2019 nicht dabei.  

Wenn man in Deutschland nach einem tschechischen Handballer von Weltruhm fragt, wird ein Name sofort fallen: Filip Jicha - Welthandballer, zweifacher Champions-League-Sieger, EM-Torschützenkönig 2010 zweimal CL-Torschützenkönig, Legende des THW Kiel und nach seinem Intermezzo in Barcelona nun Co-Trainer und ab Sommer sogar Coach der „Zebras“. Jicha hatte nach diversen Verletzungen vor zwei Jahren seine Karriere im Nationalteam beendet.

Und seine Nachfolger machten anno 2018 ein Wechselbad der Gefühle durch: Bei der EM im Januar in Kroatien waren sie die große Überraschung, lagen bis zur 19:22-Hauptrunden-Niederlage gegen Deutschland auf Halbfinalkurs. Am Ende belegte die Mannschaft des Trainerduos Jan Filip und Daniel Kubes (beides ehemalige Bundesligaspieler) den starken sechsten Platz und stellte mit Ondrej Zdrahala sogar den EM-Torschützenkönig.

Doch dieser Rückenwind verpuffte in der Qualifikation für die WM 2019: Dort unterlag man dem deutschen WM-Vorrundengegner Russland in den Playoffs, verpasste die Weltmeisterschaft. In der gerade gestarteten Quali für die EURO 2020 liegen die Tschechen aber nach den beiden Erfolgen gegen Finnland und in Bosnien-Herzegowina wieder auf Kurs. Es wäre die zehnte EM-Teilnahme nach der Trennung von der Slowakei.

Die beste WM-Platzierung ist derweil ein achter Platz aus dem Jahr 1995 - nach 2007 buchte Tschechien allerdings nur noch einmal ein WM-Ticket: 2015 in Katar verlor man das „Finale“ des Präsidentencups gegen Weißrussland und wurde am Ende 17.

Kubes und Filip sind derzeit für eine Mannschaft im Umbruch verantwortlich. Einige Routiniers wie Torwart Martin Galia (früher Lemgo, heute in Polen bei Zabrze), Abwehrchef Pavel Horak (früher Göppingen und Berlin, heute im weißrussischen Brest) oder Zdrahala, der nun mit Wisla Plock in der Champions League aufläuft, bilden die Korsettstangen, einige jüngere kommen nach. „Uns fehlt aber der breite Unterbau, daher gibt es auch so wenige Toptalente in Tschechien“, hatte Jicha bei seinem Abschied gesagt: „Wir sind eben ein Eishockey-Land und ein Fußball-Land.“

Einer, dem sehr viel zugetraut worden war, ist der baumlange Michal Kasal, der schon in der Jugend zum FC Barcelona wechselte. Heute ist er bei Tatran Presov in der Slowakei –  und sein Talent blitzt nur selten auf. Dafür stehen aber zahlreiche aktuelle Bundesliga-Profis im Kader Tschechen: Zum Beispiel Torwart Tomas Mrkva (HBW Balingen–Weilstetten) oder das Duo Tomas Babak und Leos Petrovsky vom Bergischen HC), beim Zweitligisten Dessau/Roßlau stehen Marek Vanco und Libor Hanisch unter Vertrag, für Hüttenberg läuft Dieudonné Mubenzem auf. Sie alle stehen in der langen Tradition von Tschechen, die ihr Glück in der HBL gesucht und gefunden haben.

Vielleicht ist die Partie in Hannover auch ein gutes Omen für die DHB-Auswahl: Vor der WM 2015 gab es zwei finale Tests gegen Tschechien in Stuttgart und Mannheim, beide gewann Deutschland, insgesamt ist die DHB-Bilanz sehr positiv: In bislang 21 Partien gab es 16 Siege, zwei Remis und drei Niederlagen. Allerdings war eine dieser Niederlage im Jahr 2013 auch mitentscheidend dafür, dass Deutschland 2014 zum bislang einzigen Mal eine EM verpasste.

Anzeige
Banner HANDBALL - Es lebe der Sport
Banner DHB-Rahmentrainingskonzeption
Hanniball