Mit der Pfeife beim Deutschland-Cup weibliche Jugend: Für Rosana Sug und Sophia Janz (von links) die „Kirsche auf der Torte“. - Foto: Schlotmann

06.01.2019 · Slider, Home, Schiedsrichter · Von: oti

Als Schiedsrichterinnen beim Deutschland-Cup: Für Rosana Sug und Sophia Janz die „Kirsche auf der Torte“

Ohne Schiedsrichter kein Spiel: Zu den „jungen Damen“, die die Begegnungen des Deutschland-Cups der weiblichen Jugend von Freitag bis Sonntag in und um Sindelfingen leiteten und leiten, gehören Rosana Sug und Sophia Janz (beide 24) vom Handball-Verband Mittelrhein. Rosana Sug: „Der Deutschland-Cup ist für uns etwas Besonderes. Es ist eine sehr intensive Zeit, aus der man viel mitnehmen kann; quasi die Kirsche auf der Torte.“

Die beiden 24-Jährigen schätzen es, sagen sie, während des Turniers gecoacht zu werden. Die Coaches drehten an kleineren und größeren Stellschrauben. Tipps und Anregungen könne man nur kurze Zeit später testen. „In der Meisterschaft funktioniert das nur punktuell durch die Beobachtungen“, erklärt Rosana Sug. „Hier kann man gemeinsam unmittelbar und zeitnah daran arbeiten, Stärken weiter auszubauen beziehungsweise Schwächen zu beseitigen.“ Schätzen würden die beiden Schiedsrichterinnen auch die Kommunikation mit den Trainern der Auswahlmannschaften. „Der Dialog mit ihnen bringt einen weiter“, sagt Sophia Janz.

Studentin Rosana Sug arbeitet derzeit an ihrem Master in Wirtschaftspsychologie, lebt heute in Köln. Sophia Janz studiert Produktion und Logistik, entschied sich, wie ihre Schiedsrichterpartnerin, mittlerweile für den Hochschulstandort Köln als Lebensmittelpunkt. 

Die ersten Schritte auf dem Handball-Parkett gingen beide beim CVJM Oberwiehl. Rosana Sug: „Wir haben in der Jugend in einer Mannschaft gespielt; und uns schon immer gut verstanden.“ Die Entscheidung, sich als Schiedsrichterinnen zu versuchen, hätten sie „mit 14 oder 15“ gemeinsam getroffen. „Wir wollten einfach mal eine andere Seite des Handballs kennenlernen; uns ausprobieren.“ Das war 2009. Dem Schiedsrichterwesen blieben Rosana Sug und Sophia Janz bis heute treu; mit Erfolg.

Inzwischen sind die Frauen im Dienst des Spiels in ganz Deutschland unterwegs. Dass sich immer mehr Frauen bereit erklären, Spiele zu leiten, begrüßen sie. „Für uns war es ohnehin von Anfang an normal.“ Sie sehen sich als Teil des Spiels. „Auf Augenhöhe mit den Spielern. Wir schreiben nichts vor“, erklärt Rosana Sug. „Wir achten nur darauf, dass die Regeln eingehalten werden.“

Ihre Handball-Trikots haben die beiden 24-Jährigen inzwischen an die Nägel gehängt. Sophia Janz: „Wir gehen zwar ab und zu noch zum Training, damit wir fit bleiben; aber mehr ist einfach zeitlich nicht drin.“ Ihre Entscheidung, Spiele zu leiten, anstatt selbst nach dem Ball zu greifen, bereuten die Spielleiterinnen nicht. Rosana Sug: „Als Spielerinnen wären wir vermutlich nie über ein Niveau auf Verbandsebene hinausgekommen.“ Als Schiedsrichterinnen gehören sie aktuell dem Frauenkader des Deutschen Handballbundes an; leiten überwiegend Begegnungen der 3. Liga und der Jugendbundesliga. „Es fasziniert uns, hinter die Kulissen zu gucken.“ 

Rosana Sug und Sophia Janz geben sich ambitioniert. Rosana Sug: „Klar guckt man nach oben, aber eben alles zu seiner Zeit.“ Sophia Janz: „Während des Studiums kann man das Pfeifen noch gut mit der Ausbildung vereinbaren.“

Die Zeit, die die beiden 24-Jährigen in das Schiedsrichterwesen investieren, sehen sie als Investition in sich selbst; laut Rosana Sug als Investition in die Persönlichkeitsentwicklung. „Man stärkt das eigene Selbstbewußtsein, man lernt viel über sich.“ 

Den Schritt, das Spieler-Trikot gegen das Schiedsrichter-Shirt zu tauschen, würden beide immer wieder gehen. Rosana Sug: „Man entwickelt sich selbst weiter. Und wenn man Handball lebt, kann man viele interessante Menschen kennenlernen.“ Sophia Janz: „Man lernt, mit Kritik umzugehen, wird kommunikativer; auch außerhalb des Sports.“ Auch das sei, „wie die Kirsche auf der Torte“.

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