Titelverteidiger Buxtehuder SV hat den Heimvorteil im Rücken. - Foto: Verein

01.06.2018 · Jugend-Bundesliga, JBLH weiblich, Slider, Home · Von: pm vereine/cb

Final Four A-Mädchen: Tolle Kulisse in Handballstadt Buxtehude erwartet

Wenn in Buxtehude das Final Four um die Deutsche Meisterschaft der weiblichen A-Jugend startet, vereinen die vier Teilnehmer insgesamt sechs Titel in den vergangenen zehn Jahren auf sich. Der dominierende Verein der beiden letzten Auflagen war Gastgeber Buxtehuder SV, der sich zweimal in Folge die Meisterschaft sichern konnte und in dieser Auflage als Titelverteidiger ins Rennen geht. Noch häufiger, nämlich dreimal war Bayer Leverkusen, Buxtehudes letztjähriger Finalgegner erfolgreich. Die HSG Blomberg-Lippe setzte sich 2008 die Krone auf. Auf die erste Meisterschaft hofft Borussia Dortmund und somit auf das diesjährige Double nach dem DM-Gewinn der B-Mädchen.

Im ersten Halbfinale des Turniers treffen am Samstag um 15.00 Uhr Borussia Dortmund und der Buxtehuder SV aufeinander. Buxtehuder SV – Borussia Dortmund (Sonnabend, 15 Uhr). Anschließend ab 17.30 Uhr ermitteln Bayer Leverkusen und die HSG Blomberg-Lippe den zweiten Finalgegner. Das Endspiel findet am Sonntag um 16.00 Uhr, das Spiel um Platz zuvor ab 13.30 Uhr statt.

Borussia Dortmund – Buxtehuder SV

Beim Blick auf die Statistik der Vorjahre spricht alles für den Gastgeber. Nicht nur dass der Buxtehuder SV in den vorherigen beiden Spielzeiten den Titel holte, sondern das Team von Heike Axmann ist zum sechsten Mal in Serie beim Final4 dabei. Borussia Dortmund nimmt hingegen erstmalig am Final4 in dieser Altersklasse teil. Der Faktor Erfahrung spricht damit eigentlich eindeutig für den BSV. Immerhin gehören mit Katharina Filter, Aimée von Pereira, Cassandra Nanfack, Franziska Fischer und Annika Fröhlich fünf Spielerinnen zum Kader, die den Titel 2017 in eigener Halle geholt hatten.

Allerdings muss sich der Final4-Neuling Dortmund nicht verstecken. Am vergangenen Wochenende gewann die B-Jugend des BVB souverän die Deutsche Meisterschaft. Aus diesem Kader werden gleich neun Spielerinnen zum Aufgebot von Trainer Tobias Fenske gehören. Fenske sieht darin dennoch einen Nachteil für sein Team: „Während Buxtehude einige Spielerinnen aus dem Jahrgang 1999 hat, überwiegen bei uns die Jahrgänge 2000 und 2001. Deswegen müssen wir uns beim Faktor Erfahrung hinten anstellen.“

Neben der Erfahrung kommt auch die Stimmung in der Halle hinzu, die prinzipiell für den Titelverteidiger sprechen sollte. „Buxtehude ist eine Handballstadt. Es wird eine fantastische Kulisse werden. Meine Spielerinnen sollen es genießen, aber nicht in Ehrfurcht erstarren.“ Vielmehr pocht er darauf, dass sein Team davon profitieren kann. „Für Buxtehude kann es ein Vorteil werden, sich von der Halle tragen zu lassen. Es kann aber auch eine Bürde sein, da sie Druck erzeugt und die Erwartung hat, dass das Team gewinnt.“

Chancenlos sieht er seine Mannschaft in dem Teilnehmerfeld deshalb nicht. „Alle Mannschaften haben sich im Laufe der Saison entwickelt und gefestigt. Wir haben auch konstant gespielt und werden zeigen, dass wir uns zu Recht für das Final4 qualifiziert haben“, bekräftigt Fenske, „außerdem ist entscheidend, wer in einem Spiel die beste Leistung auf die Platte bringt. Da können auch Außenseiter gewinnen, wie es beim DHB-Pokal mit Oldenburg der Fall war.“

Auch BSV-Trainerin Heike Axmann erwartet ein ausgeglichenes Spiel und sieht bei der Erfahrung keinen Pluspunkt für ihr Team. „Unsere Mannschaft hat sich seit dem letzten Jahr deutlich verändert. Zudem hat Dortmund jetzt auch eine Meisterschaft gespielt“, begründet sie, „der Heimvorteil ist auch nur begrenzt vorhanden, da alle Teams ihre Fans mitbringen werden.“ Vielmehr sieht Axmann bei Dortmund einen anderen Vorteil gegenüber den restlichen Mannschaften: „Sie sind mit einem breiten Kader vor allem im Rückraum gut aufgestellt. Sollten da einige Spielerinnen einen schlechten Tag haben, können sie durchwechseln. Das können die anderen Teams nicht unbedingt.“

Als Favorit bezeichnen würde sie die Borussia dennoch nicht. „Ich erwarte ein spannendes Spiel. Die Mannschaften sind sehr ausgeglichen.“ Dies gelte auch für die anderen beiden Final4-Teilnehmer. „Die Teams sind sehr ausgeglichen. Alle können Tempohandball spielen“, erwartet Axmann intensive Spiele.

Bayer Leverkusen – HSG Blomberg-Lippe

Im vergangenen Jahr scheiterte die HSG Blomberg-Lippe denkbar knapp an den „Juniorelfen“. In einer Überzahl fünf Minuten vor Schluss kassierte die HSG zwei Gegentreffer. Den 22:25-Rückstand konnten sie in der verbleibenden Zeit nicht mehr aufholen und mussten sich mit 24:27 geschlagen geben. Für HSG-Trainer André Fuhr ist dieses Ergebnis jedoch irrelevant: „Der Stachel sitzt nicht mehr tief. Die Mannschaften haben sich seitdem verändert. Es ist ein komplett neues Spiel.“

Der Respekt vor dem Gegner ist dennoch ungebrochen. „Es wird sehr schwer gegen Leverkusen. Sie haben in der 3. Liga eine stabile Rolle gespielt.“ Zwar beendeten die „Juniorelfen“ die Saison in der 3. Liga vor der HSG, die direkten Duelle entschieden jedoch die Blombergerinnen für sich. Rückschlüsse auf das Halbfinale möchte Fuhr dennoch nicht ziehen. „Ein Halbfinale beim Final Four ist eine spezielle Situation, da wird die Tagesform entscheiden.“

Auf der anderen Seite hofft Kerstin Reckenthäler auf die sechste Finalteilnahme in Folge. Nach zunächst drei Meisterschaften unterlagen die „Juniorelfen“ zuletzt zweimal dem Buxtehuder SV. Von einem möglichen dritten Finalduell gegen den BSV möchte Reckenthäler noch nichts wissen. „Es ist irgendwie das ewige Duell der letzten Jahre“, erinnert sie auch an die Endspiele 2013 und 2015. In den drei Aufeinandertreffen behielt ihr Team jeweils die Oberhand. „Blomberg möchte sicherlich etwas gut machen“, meint Reckenthäler, „sie sind sehr breit aufgestellt.“ Für ihre Mannschaft sei nach dem Umbruch im vergangenen Sommer der erneute Einzug ins Final4 schon ein Erfolg. „Viele haben damit nicht gerechnet, aber die Mannschaft hat sich gut entwickelt.“

Wer sich in diesem Spiel und am gesamten Wochenende durchsetzen wird, entscheidet laut Reckenthäler aber nicht zwangsläufig die handballerische Qualität. „Alle Mannschaften sind sehr knapp beieinander. Wichtig ist, wer kann die Nervosität ablegen und einen kühlen Kopf bewahren“, erläutert sie.

Alle Spiele werden live im Stream über dhb.de/live zu sehen sein. Die Livestreams sind eine Kooperation zwischen den Vereinen, Sportdeutschland.tv und dem Deutschen Handballbund.

Rückblick auf die Viertelfinals

In eine unfreiwillige Verlängerung ging das Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft bei den A-Mädchen. Aber mit einer Woche Verzögerung ist das Final Four Anfang Juni nun komplett. Als viertes und letztes Team machte der Buxtehuder SV den Halbfinal-Einzug perfekt. Zuvor lösten bereits Borussia Dortmund, die HSG Blomberg-Lippe und Bayer Leverkusen das Ticket zur Vierer-Endrunde.

Keine Probleme, das Finalturnier zum insgesamt sechsten Mal zu erreichen, hatte Bayer Leverkusen. Nach dem 35:28-Hinspielerfolg gegen den Nachwuchs des kürzlich entthronten deutschen Frauenmeisters SG BBM Bietigheim, holten die Juniorelfen auch im Rückspiel einen 33:16-Sieg. Früh hatte das Team des Trainergespanns mit den 5:2- und 11:4-Führungen für klare Verhältnisse gesorgt. Der Rest war Formsache. „Ich bin natürlich sehr glücklich, dass wir zum 6. Mal hintereinander ins Final Four einziehen konnten. Das war dieses Jahr wirklich so nicht zu erwarten, zeigt aber, dass die Mädels sich toll entwickelt haben“, sagte Kerstin Reckenthäler nach dem Spiel. „Spielerinnen wir Lilli Holste oder Sophia Cormann haben enorme Schritte gemacht. Dazu Mareike Thomeier und Annika Lott als Topscorer oder auch Jennifer Souza. Die Mädels verstehen sich als echtes Team und das macht uns aus. Im Final Four können wir ohne Druck spielen, die Mädels das einfach genießen.“

Im reinen West-Duell zwischen Borussia Dortmund und dem TV Aldekerk behielt der BVB nach zwei Spielen die Oberhand. Dem 35:30-Heimsieg, bei dem man einen 22:24-Rückstand drehte, im ersten Aufeinandertreffen ließen die Schwarz-Gelben an der deutsch-niederländischen Grenze einen 27:24 folgen, mussten aber beim Stand von 5:8 nach 14 Minuten darum bangen, den sicheren Vorsprung noch aus der Hand zu geben. „Der Vorsprung war dann wirklich eine gute Basis für das Rückspiel. So war es deutlich einfacher, auch bei einem Rückstand ruhig zu bleiben“, erklärt der BVB-Coach. Und genau das war im Rückspiel in der Kerken-Halle der Fall: In einer „etwas anderen Atmosphäre“, wie Trainer Tobias Fenske die Kulisse beschrieb. Für den BVB wird das Final Four der Debütantinnen-Ball. „Das war unser großes Ziel, alles was jetzt kommt ist Bonus, auch wenn wir natürlich alles geben werden, um etwas zu holen“, erklärt Trainer Tobias Fenske.

Etwas holprig verlief der Runde des letzten Acht für die HSG Blomberg-Lippe. Doch das Team um Trainer André Fuhr ließ sich nach dem 29:22-Heimerfolg auch nicht von einem gerissenen Keilriemen bei der Anreise zum Rückspiel beim HC Leipzig aus dem Konzept bringen. Auch die doppelte Manndeckung gegen Nele Franz und Munia Smits ließ die Fuhr-Sieben nicht straucheln. „Wir haben das über Kleingruppen und Einzelaktionen gelöst, aber schön war es nicht“, kommentierte Fuhr.

Blomberg-Lippe ließ sich von einem gerissenen Keilriemen nicht stoppen, dem Buxtehuder SV konnte auch ein defektes Dach und ein Spielabbruch im Rückspiel gegen den Nordrivalen VfL Oldenburg etwas anhaben. Das Hinspiel war mit 33:26 bereits gewonnen worden, im Rückspiel befand man sich beim 17:11 bereits sicher auf Halbfinal-Kurs. Dann kam der Wasserschaden. Das Wiederholungsspiel gewann der Meister der vergangenen beiden Jahre trotzdem locker 27:18 gewonnen.

 

 

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